Geschichte des Wohn & Kulturprojektes U-24

Nach der Räumung von zwei besetzten Häuser in der Gutenbergstraße im Jahre 1994 bot die Stadt den damaligen BesetzerInnen ein Ausweichprojekt in Babelsberg an, um die Besetzerszene auszutrocknen, zu spalten und für einen ruhigen Stadtkern zu sorgen. Der Verein für barocke Denkmalsanierung (VBD) und die Wohnungsverwaltung Potsdam (WVP) übernahmen für eine dreijährige Nutzung die Garantie, und haben es so geschafft die Hausbesetzerszene zu beruhigen.
Bei der Übergabe des Hauses wurde die U-24 als das Vorzeigeprojekt für die „Befriedigung des Hausbesetzerproblems“ gefeiert und in Anwesenheit von Landratspräsident Knoblich, Herrn Dübner (VBD) und der Presse an die neuen BewohnerInnen übergeben. 1997 kam es dann zu einer Rückübertragung an die Erbgemeinschaft, wie bereits von vornherein von der VBD geplant. Während dieser 3 Jahre zog sich die Stadt- und die Wohnungsverwaltung Potsdam aus den Verhandlungen für eine langfristigen Erhaltung des Wohn - und Kulturprojekts U-24 zurück. Seit der Rücküberführung versuchte der Verein FU24 e.V. das Haus dem spekulativen Wohnungsmarkt zu entziehen. Dies gelang dem Verein, dank seiner Freunde und Unterstützer im November 2008 durch den Hauskauf.

In den nun schon 14 Jahren entwickelte sich aus dem damaligen „Pilotprojekt“ der Stadt ein vielseitiger Ort zum Leben! Die U-24 ist jedoch nicht nur Wohnraum, sondern auch ein linker Freiraum, der versucht gegen die Politik der Stadt, welche auf die konsequent kommerzielle Abschöpfung des zu entstehenden „Freilichtmuseums-Potsdam“ abzielt, als auf die Bedürfnisse der Bewohner einzugehen .

Unser Stadtteil Babelsberg, wird heute anders als vor 6-7 Jahren hauptsächlich von einem zahlungskräftigen Klientel bewohnt. Städtische und private Umstrukturierungen drängen seit Jahren alternative Formen des Zusammenlebens und unkommerzielle Kultur in der Landeshauptstadt Potsdam zurück.

Provozieren - statt resignieren
Selbst organisieren - statt hinterherlaufen
Zusammenleben - statt Vereinsamen

 

History of the Living & Culture Project U-24

 

Following the eviction of two occupied houses in the Gutenbergstrasse (the hot-spot of the Potsdam squatting scene in the early 90s) in 1994, the city offered the evicted squatters a house in Babelsberg. This was part of a divide et impera-policy by which the town aimed at splitting the squatters scene to ensure a “peaceful town”. The “Association for Baroque Monument Restoration” (VBD) and the municipal housing company of Potsdam, WVP, guaranteed the use of the house for a three-year period, in order to calm down the squatters.

The “transfer” of the house was celebrated as the flagship project for the "pacification of the squatter problem". But in 1997, as a result of the changing property regime in East Germany after the end of GDR, when land and houses were given back to former owners, the house was restituted to a community oh heirs. The city of Potsdam stopped every kind of support for the project. The community of heirs wanted to sell the house to gain profit out of the emerging housing market in this town. So the inhabitants again had to defend their living space, the Living and Culture project U-24 . This time they were successful, in 2008 we could buy the house. This was possible due to the solidarity of a lot of friends and supporters.

In the last 14 years this place, which was meant to be a tool to lull this town, was developed by different people to a vivid living place. However, the U-24 is not only providing housing but also tries to make a stand against the ongoing transformation of this town into an openair-museum for rich tourists. This is particulary important as our district is now inhabited, unlike 10 years ago, mainly by a wealthy population. The restructuring of this town, the removal of poorer parts of population is going on. Our struggle against it, too.

 

Provoke – don't resign!
Organize – don't run after!
Together – not isolated!